Gospelworkshop: Männer mit Sound und Spirit gesucht
21. Februar 2015 | Neunkirchen, Pfarrheim St. Margareta. Samstagfrüh. Die Mitglieder unseres Gospelchores Sound’n‘Spirit trudeln ein, bepackt mit Notenordnern und sonstigem Equipment, Klaus mit seinen Kongas auf dem Rücken, Heinz mit der Gitarre unter dem Arm, Kerstin mit der großen Notentasche, um jederzeit jegliche Ersatznoten hervorzaubern zu können, Uschi mit einem Blech ihres berühmten schnellen Butterkuchens, Susanne mit den Sound’n’Spirit-Buttons und der Bestellliste für die von Thomas kreierten neuen Autoaufkleber, Ulrike schwer beladen mit Sekt und Häppchen, denn später will auch ein Geburtstag nachgefeiert werden. Schon duftet es nach Kaffee, damit die nötigen Schwätzchen und Verzällcher vor und nicht während der Probe ausgetauscht werden können. Schließlich haben wir uns ein straffes Programm für diesen Tag vorgenommen.
Auf geht's. Unsere musikalische Leiterin, Ulrike, setzt sich ans Klavier – upps, abgeschlossen.Wo in aller Welt ist der Klavierschlüssel? Jedenfalls nicht an unserem Schlüsselbund.
Ein Fall für Hildegard, Beauftragte für Schlüsselangelegenheiten und Herrscherin über das Wissen, wo sich der eine Schlüsselbund befinden könnte, an dem auch der für’s Klavier hängt. Gefühlte Stunden später und außer Atem nach aufregender Jagd durch Neunkirchen kommt Hildegard wieder und hält triumphierend den Schlüssel hoch! Wir wollen lieber nicht wissen, wen sie dazu aus dem Bett geklingelt hat…
Jetzt steht dem Beginn des Workshops – noch fast im Zeitplan – nichts mehr im Wege. Ziel der Übung: Unsere ersten eigenen Konzerte – am 12. Juni in St. Severin in Ruppichteroth und am 14. Juni in St. Margareta, Neunkirchen. Fast alle Chormitglieder sind erschienen, haben beherzt Kinder und/oder Ehemänner bzw. -frauen ihrem Schicksal überlassen, denn dieser erste von drei Workshops soll uns ein gutes Stück voranbringen und jeder wird gebraucht. Die ausgewählten Titel sind zwar bereits einstudiert, manche sitzen längst bestens, in andere müssen wir uns aber erst noch einfühlen. Und bei dem einen oder anderen ganz neuen Titel hängen wir noch in Noten und Texten fest. Es stockt und ohne Notenblatt wäre schnell Funkstille. Heißt es „Your holy name“ – oder an dieser Stelle nicht doch eher „His holy name“? Verflixt, wo beim ersten Durchgang der eine den falschen Text singt, ist es beim nächsten Durchgang garantiert der Nachbar - das hat System und löst Heiterkeitsstürme aus. Heute dürfen wir noch darüber lachen – beim nächsten Workshop in zwei Monaten aber müssen – und werden – alle Texte perfekt sitzen.
Einer besonderen Herausforderung haben wir uns gestellt mit dem Titel … nein, das wird noch nicht verraten. Aber so viel sei gesagt: Bereits die Verteilung der Stimmen grenzt an höhere Mathematik. Ein Solist plus drei Frauenstimmen plus drei Instrumentalstimmen - und das bei 23 Sängerinnen und Sängern! Doch wir haben die Quadratur des Kreises nicht nur geschafft und 22 elegant durch 6 geteilt, sondern dürfen an diesem denkwürdigen Tag, genau um 14.16 Uhr MEZ, erleben, dass Klaus, bis dato ebenso überzeugter Nichtsänger wie leidenschaftlicher Kongaspieler, plötzlich mit einem Seufzer seine Kongas beiseite stellt und sich zu dem verlorenen Häuflein der zwei Bässe gesellt, um die so wichtige Bassgrundlinie zu verstärken. Natürlich gibt es für diesen vorbildlichen Einsatz stehende Ovationen!
Und oh ja: Wir suchen Verstärkung – vor allem Männer für Bass und Tenor, jene in gemischten Chören so seltene Spezies. Es wäre toll, wenn sich jetzt jemand – vorzugsweise eben ein Mann;-) – ein Herz fassen und sagen würde: Dem Chore kann geholfen werden …
